Nachricht vom Patienten – er lebt! Oder „ein Hoch auf Antibiotika“

Ich wollte schon lange von Voltaires Operation und ihren Folgen berichten, komme nun aber erst ca. 2,5 Wochen nach der Operation dazu.

Die Operation verlief gut, obwohl sie ca. drei Stunden dauerte. Wobei die Kastration hierbei vermutlich nur einen kleinen Zeitanteil einnahm. Aber: Die Hernie war größer als erwartet.


Voltaire taumelte mir bereits eine Stunde nach seinem Erwachen wieder entgegen – ausgesprochen benommen (Beweisfoto: s.o.).

Bevor wir die Praxis verlassen durften, erhielten wir noch eine Anzahl von Medikamenten, die jeden Hypochonder glücklich machen würde: Zweierlei Schmerzmittel, ein Antibiotikum, ein Entwässerungsmittel und einen Sirup, der dafür sorgen sollte, dass seine „Hinterlassenschaften“ in der nächsten Zeit nicht zu fest sein würden.

So ausgestattet kehrten wir nach Hause zurück und harrten seiner Genesung. So lange das Tier benommen war, war alles gut. Sobald er aber wacher wurde, versuchte er natürlich seine Operationswunde selbst zu untersuchen. Also wurde er verpackt: In einen Gummiring, einen Body und eine Hose (die ich im Kinderladen erstand). Nach vier Tagen wusste er bereits, wie er sich all dieser Dinge entledigen konnte, während ich schlief. Und das, obwohl ich mir wirklich Mühe gegeben hatte, sein Outfit geschmackvoll zu gestalten.

Voltaire in voller Montur
  • An Tag 1 nach der OP verweigerte er die Nahrungsaufnahme. Ein Anruf in der Praxis und schon waren wir wieder auf dem Weg zum Arzt. Dort lockte ihn die Sprechstundenhilfe mit Leckerlis, die er begeistert annahm. Da wir aber schon mal da waren, wurde die Wunde untersucht und für gut befunden. An diesem Tag konnten wir übrigens schon feststellen, dass die OP ein voller Erfolg war. Voltaire erledigte seine Geschäfte besser als in den Monaten zuvor.
  • Warum ich an Tag 2 anrief ist mir entfallen – ich hatte bestimmt einen guten Grund. Offensichtlich ist das Team in der Praxis Kummer gewohnt: Man begegnete mir freundlich und entgegenkommend.
  • An Tag 3 (natürlich einem Freitag), stellte ich fest, dass die Wunde stark nässte. Natürlich rief ich beim Arzt an und saß dann auch sofort wieder im Auto. Nach einer kurzen Untersuchung kam heraus: Das Antibiotikum schlägt nicht an, die Wunde ist stark vereitert und daher so geschwollen, dass die Nähte sich dehnen. Es wurde genäht (ich wurde nicht ohnmächtig, Voltaire übrigens auch nicht), es wurde ein Abstrich der Bakterien für das Labor genommen und mir wurde erklärt, dass sollte es am Wochenende zu Komplikationen kommen, ich sofort mit dem Patienten in eine Klinik fahren müsste. Denn bevor das Labor keine Ergebnisse geliefert hätte, wüsste man nicht, ob es sich nicht um multiresistente Keime handele. In dem Fall hilft dann auch das beste Antibiotikum nicht. An dieser Stelle ein kleiner Exkurs zur Wundversorgung. Da die Wunde ja direkt am After ist und das Tier diesen regelmäßig benötigt, ist es nicht möglich die Wunde zu verbinden. Dummerweise ist aber nun genau dieser Körperteil ja eh nicht der sauberste.
  • Tag 4 und 5: Da sich am Samstag zwar noch nichts verbessert hatte, aber auch nicht verschlechtert, ging ich davon aus, dass das Antibiotikum hilft. Am Sonntag war ich mir sicher. Den Tierarzt konnte ich telefonisch nicht informieren, da ja Wochenende war.
  • An Tag 6 versuchte ich die Laborergebnisse zu erfragen.
  • Diese kamen jedoch erst an Tag 7. Ergebnis: Das Antibiotikum ist das richtige. Das hatten sowohl das Tier, als auch ich, inzwischen bemerkt. Es ging dem Hund nämlich wirklich besser.
  • Seit Tag 8 kann Voltaire William und mich nun wieder auf Spaziergängen begleiten. Er darf nicht spielen, er darf nicht baden und er ist ob dessen extremst unwirsch. Aber deswegen rufe ich nicht beim Tierarzt an. Wobei die meine Anrufe bestimmt vemissen :-).

William wurde übrigens in der ersten Woche fremd ausgeführt, da man Voltaire nicht fünf Minuten aus den Augen lassen durfte. Er versuchte dann sofort sich auszuziehen, um sich selbst zu untersuchen.

Insgesamt muss ich sagen: Ich habe die Operation und die Nachbetreuung unterschätzt. Glück sei gepriesen hatte ich sehr viel Hilfe. Daher danke ich an dieser Stelle nicht nur Oliver, Martina und all den Menschen, die Daumen drückten und Anteilnahme und Verständnis für meine Hysterie zeigten, sondern vor allen Dingen den Tierärzten und ihrem Team. Und mache an dieser Stelle gerne Werbung: Wer im Hamburger Osten oder ein wenig östlich von Hamburg wohnt, dem empfehle ich die Praxis Manzel und Bähr in Reinbek.

Dennoch möchte ich in der nächsten Zeit nicht wieder hin.

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