Zorbas und seine Angst

Zorbas und seine Angst

Zorbas ist ein ca. 8-jähriger englischer Setter, der in Griechenland ausgesetzt aufgefunden wurde. Er kam über einen Tierschutzverein vor knapp zwei Jahren zu mir, war vom ersten Moment an stark auf mich fixiert und hatte große Probleme mit anderen Menschen. Er ist sehr sensibel und hat einen liebenswürdigen Charakter, er war aber sehr ängstlich und teilweise auch handscheu und ist wahrscheinlich – als vermutlich ausgebildeter Jagdhund – misshandelt worden. Im ersten halben Jahr kam er praktisch nicht unter meinem Schreibtisch hervor, ging mit niemand anderem raus, verbellte Besucher und verschwand sofort wieder mit eingeklemmter Rute. Auch im Umgang mit anderen Hunden war er sehr ängstlich und submissiv. Spielen war ihm fremd. Frau Rehburg wurde mir von Frau Dombrowski, einer Hundephysiotherapeutin, empfohlen, bei der Zorbas wegen einer muskulären Atrophie am linken Oberschenkel im Gefolge einer Leishmanien-bedingten Kniegelenksentzündung in Behandlung war. Frau Rehburg verordnete nach einer eingehenden Anamnese ein homöopathischen Konstitutionsmittel und nach zwei Wochen war Zorbas nicht wiederzuerkennen. Er zeigt zwar immer noch ein wenig ängstliches bzw. vorsichtiges Verhalten als Grundmuster, ist aber ansonsten geradezu extrovertiert geworden, geht auf – auch fremde – Menschen zu und lässt sich streicheln, spielt teilweise sehr ausgelassen auf Spaziergängen mit fremden Hunden und entwickelt hier sogar leichte Anzeichen von Dominanzverhalten. Es ist, als ob er sein verschüttetes Hunde-Ego wiedergefunden hätte. Ansonsten hat sich in seinem Lebensumfeld nichts geändert, sodass ich überzeugt bin, dass diese Verhaltensänderung allein durch die homöopathische Behandlung eingetreten ist. Homöopathie ist – von den richtigen und erfahrenen Therapeuten praktiziert – eine absolut wirksame und die Schulmedizin perfekt ergänzende Behandlungsmethode. Der oft von Kritikern der Homöopathie angeführte Placebo-Effekt kann im vorliegenden Fall sicher ausgeschlossen werden. Das sage ich als wissenschaftlich orientierter Schulmediziner aus voller Überzeugung.

Klaus Hamper

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