„Männer sind Schweine“- oder läufige Hündinnen gehören an die Leine

„Männer sind Schweine“- oder läufige Hündinnen gehören an die Leine

Ich bin mir darüber im Klaren, dass dieser Blogbeitrag so gar nicht homöopathisch ist ,  dennoch muss er sein. Ich schreibe als Besitzerin zweier intakter Rüden – soll heissen: Die Herren wurden in keiner Weise kastriert.

Ich weiß auch, dass es unter allen Hundebesitzern Grenzbegabungen gibt, dass also auch Rüdenbesitzer doof sein können. Nur ist das gerade nicht mein Thema.

Mein Thema ist der Umgang mit läufigen Hündinnen in freier Wildbahn, bzw. mit deren Kontakt zu anderen Hunden.

Denn nun ist es mir zum dritten Mal passiert, dass ich mit meinen Jungs in Gegenden lief, in denen viele Hunde unterwegs sind und wir auf läufige Hündinnen stießen, die weder angeleint waren, noch dass sie irgendwie von ihren Besitzerinnen (in allen drei Fällen waren es Frauen) unter Kontrolle, also fern von anderen Hunden gehalten wurden.

Jedes Mal lief es ungefähr so ab: Den Herren Hunden und mir kommen fremde Menschen, bzw. fremde Hunde entgegen. Da die Menschen uns wahr nehmen, aber nichts sagen, gehe ich davon aus, dass Kontakt zwischen den Hunden erlaubt ist. Dann kommt es zum Kontakt und dann stelle ich fest, dass meine Jungs sehr, sehr, sozusagen wirklich SEHR angetan sind. In einem Fall war William schon dabei die Dame in Position zu bringen – und sie ließ es sich gefallen und klappte auch artig  den Schwanz beiseite.

Spätestens wenn ich dann losrase (meine Jungs wollen in solchen Situationen meistens beim ersten Ruf aus irgendeinem Grund nicht gleich zu mir kommen), rufe ich dann: „Ist ihre Hündin  läufig?“…und in allen drei o.g. Fällen war die Antwort: „Ja, wieso?“

Danach folgten jedes Mal Streitereien…denn die Besitzerinnen der zumeist willigen Damen regten sich fürchterlich darüber auf, dass meine Jungs einfach unkastriert unangeleint durch die Gegend laufen. Der schönste Spruch einer Gegenpartei war: „Sie können Ihre Köter hier doch nicht einfach alles besamen lassen“.

Und ich stehe da… fassungslos. Und nun wende ich mich an die Besitzer und Besitzerinnen, denen nicht klar ist, warum ich fassungslos bin:

  1. Meine Hunde sind ebenso unkastriert wir Ihre, ansonsten wären Ihre ja nicht läufig. Wieso muss also ich meine Hunde anleinen und Sie Ihre nicht?
  2. Die Läufigkeit Ihrer Hündin ist zeitlich begrenzt. Die Paarungsfähigkeit meiner Hunde nicht. Daraus könnte man schließen (wenn man wollte und keine Ahnung hat), dass meine Hunde immer an die Leine gehören, da sie ja immer alles besamen wollen. Wollen sie aber gar nicht – nur bei Hündinnen in der Läufigkeit machen sie eine Ausnahme.
  3. Kann ich nicht riechen, dass Ihre Hündin läufig ist. So sehr ich mich bemühe meine Hunde zu verstehen, deren olfaktorisches Talent geht mir ab. Ich kann also nicht wissen, dass Ihre Hündin läufig ist. Sie sollten dies aber schon wissen. Sollten Sie sich jetzt fragen, woran sie das merken, schicken Sie mir bitte eine Email. Ich melde mich dann – das würde hier den Rahmen sprengen.
  4. Wieso darf man mich einfach anschreien? Wer schreit hat Recht? Danach leben zumeist nur Menschen, die genau wissen, dass sie NICHT im Recht sind. Soll heißen: Die Besitzer(innen) wissen eigentlich, dass läufige Hündinnen an die Leine gehören, haben aber aus unterschiedlichen Gründen keine Lust dies zu tun: Z.B. weil Luna immer so an der Leine zieht oder aber Amy so viel Auslauf braucht, den sie an der Leine nicht bekommt oder aber weil Bella es einfach doof an der Leine findet. Und deswegen laufen sie frei, frei nach dem Motto „Wird schon gutgehen, die meisten Hunde sind ja kastriert“. Und dann, dann kommen wir (also die Herren Hunde und ich). Und dann gibt es Geschrei.

Es mag ja sein, dass meine Annahme falsch ist. Dann möchte ich noch einmal ruhig und freundlich sagen: Wir anderen Hundebesitzer können nicht wissen, dass Ihre Hündin läufig ist. Und ich liebe diese Hundebesitzer, die aus weiter Ferne schreien (OHNE mich anzuschreien): „Meine Hündin ist läufig“. Dann drehe ich sofort ab oder aber leine zumindest die Jungs an, so sie es nicht sowieso sind. Auf jeden Fall vermeide ich näheren Kontakt. Bitte sein Sie auch so ein Hundebesitzer, der schreit, damit große Distanzen überwunden werden. Dann kommt es auch nicht zu niedlichen kleinen Welpen.

Sollte meine Annahme nicht falsch sein: Das macht mich unglaublich wütend.  Denn es ist ignorant und rücksichtslos. Im schlimmsten Fall ist Ihre Hündin dann trächtig. In vielen Fällen haben aber Rüdenbesitzer das Problem, dass ihr Hund tagelang „Liebeskummer“ hat. Ich habe das Problem nicht. Meine Jungs leben nach dem Motto: Aus der Nase, aus dem Sinn.  Aber andere Rüden leiden sehr. Und das können nur Sie ihnen ersparen. Und das sollten Sie auch. Denn diese Rüden sind gar keine Schweine – sie sind nur unkastriert  – genau wie Ihre Hündin.

Und damit Sie nicht glauben, dass ich ganz alleine mit meiner Meinung bin, hier noch ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung.

Ich freue mich, wenn mir hier in den Kommentaren ein paar Geschichten zu dem Thema erzählt werden. Ich bin sicher, dass auch die Besitzer, bzw. Besitzerinnen von läufigen Hündinnen die merkwürdigsten Dinge erzählen können.

 

4 Kommentare

  1. Da Lenny eh immer an der Leine ist und wir Menschen (und somit auch deren Hunde) eher meiden, kann ich aus Sicht einer „intakten Rüden“-Besitzerin leider nichts beisteuern, sehr wohl aber aus der Sicht einer ehemals „läufigen Hündin“-Besitzerin.
    Nachdem ich mehrmals schwere Rüden von meiner angeleinten Hündin zerren musste, weil weit und breit deren Halter nicht ausfindig zu machen waren (es handelte sich immer um Halterinnen) lief ich später meine Runden nur noch in unebenen Geländen, wo man eher selten bis gar nicht auf Menschen mit Hund stößt. Und das war gut so. Denn interessanterweise war es den meisten Leuten egal, wenn meine Hündin läufig war. Das war ja mein Problem, nicht das der anderen. Ich stellte schnell fest, dass Rücksicht unter Hundehaltern nicht groß geschrieben war. Meine Hündin deswegen wochenlang einzusperren war für mich keine Option. Aber die Angst, dass plötzlich von irgendwo her ein Rüde heran schießt, blieb trotzdem.

    1. Author

      Ich ahnte, dass es auch auf der „Gegenseite“ Begegnungen mit Deppen gibt 🙂

  2. Wir haben bzw hatten schon alle Konstellationen. Als Züchter natürlich auch intakte Hündinnen, welche läufig werden.
    Wie bei allem , bin ich der Meinung, gegenseitige Rücksichtnahme sollte selbstverständlich sein, auf allen Seiten.
    Wenn ich als Hündinnenhalter meine Hündin in der Hitze frei zu jedem Hund lasse, wäre ich entweder saublöd oder würde es darauf anlegen, das meine Hündin gedeckt wird.
    Eine Hündin wird in der Regel 1-3 mal im Jahr läufig . Einige stehen auch noch nach 4 Wochen . Auch meine Mädels laufen zu Beginn der Hitze mal frei. In Gebieten, wo ich weit genug sehen kann und weiss, sie sind abrufbar. Auch ich sperre meine Hündinnen dann nicht zu Hause ein oder gehe nur noch zwischen 2 und 5 Ihr Morgens gassi. Aber, sehe ich andere Hunde, ist es selbstverständlich, diesen möglichst grossräumig auszuweichen und meine Hündin anzuleinen. Und stark frequentierte Hundeauslaufgebiete zu meiden.
    Spätestens in der Standhitze, läuft keine meiner Mädels mehr frei.

    So, nun gibt es aber Hundebesitzer, welche ihre auch nicht abrufbaren Rüden permanent frei laufend zu jedem Hund hinlassen. Manchmal sogar regelrecht die Verfolgung aufnehmen, selbst wenn man deutlich signalisiert, keinen Kontakt zu wünschen, warum auch immer.
    Rücksicht auf beiden Seiten wäre wünschenswert.
    Aber mangelt es daran nicht bei so ziemlich jeder Situation im Leben?

    1. Author

      Du sprichst ein wahres Wort gelassen aus! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.